Team HVM Triathlon


Ironman Austria
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Triple Iron!!!

Wie soll man am besten diesen Bewerb beschreiben, am besten mit einem Wort – EXTREM!
Extrem hart, extrem schön, extrem schmerzvoll, extremer Zusammenhalt und vor allem extrem viel Emotionen.
Wir reisten am Donnerstag nach Bad Blumau, Wohnmobil und Laufpavillon waren schnell aufgebaut. Peter und ich begutachteten noch die 3,7km lange Rad Runde, extrem kurz aber auch sehr wellig. Wettkampfbesprechung um 16h und Athletenvorstellung um 18h mit anschließendem Abendessen.
Am Freitag um 6h checkte ich in der Wechselzone mein Rad und die Radsachen ein. Danach gleich hinüber zum 25m Becken wo wir unsere 11,4km (456 Bahnen) absolvieren durften. Dass auf das Einschwimmen fast zur Gänze verzichtet wurde liegt auf der Hand. Wir waren zu viert auf einer Schwimmbahn, Peter ein Italiener noch ein Österreicher und ich. Der Italiener legte von Anfang an ein gutes Tempo vor und ich blieb mit einem kleinen Abstand bis zur ersten kurzen Verpflegungspause hinter ihm. Somit vergingen die ersten zwei Stunden wie im Fluge. Ich lag zu diesem Zeitpunkt hinter dem Italiener auf dem zweiten Gesamtplatz, dicht hinter mir war Peter an dritter Stelle. Daran änderte sich bis zum Ende des Schwimmens nichts mehr. Ich stieg ca. 1:30min. hinter ihm aus dem Wasser, 3:16Std benötigte ich für die erste Disziplin, wesentlich schneller als im Vorhinein ausgerechnet.

Bereits am Weg in die Wechselzone konnte ich den Italiener überholen. Natürlich wollte ich dann auch als erster auf die Radstrecke gehen, der Wechsel war schnell absolviert und von nun an führte ich tatsächlich das Feld bei meinem ersten Triple Ultra an. 540km auf der 3,7km langen Runde galt es nun zu absolvieren, Hirn ausschalten und Treten.  Am wichtigsten war jetzt ein gleichmäßiges Tempo zu finden und den Ernährungsplan genau ein zu halten. Wie geplant gab es nach 100km zum ersten Mal einen kurzen Zwischenstopp zum Nudel essen, Gesicht waschen und einschmieren der „Reib und Druckstellen“ und am wichtigsten Genickmassage von unserer  Masseurin Kathi.  Nach ein paar Minuten ging es wieder weiter, die restl. Verpflegung wurde mir immer beim Vorbeifahren von unserem Team gereicht. Nach 200km wieder das gleiche und bei der Hälfte nach 270km gönnte ich mir einen Kaffee und einige Mannerwafferl. Hört sich eigentlich ganz witzig an, aber ich kam mir vor wie einen Bewohner eines Altenheimes, die freuen sich auch den ganzen Tag auf die Mahlzeiten da sie zwischendurch auch nicht viel zu tun haben. Ich musste ja auch nur treten und mich verpflegen lassen. Unglaublich war dass ich immer noch in Führung lag, zur Morgendämmerung nach 18:32Std. hatte ich dann auch schon die 540km hinter mich gebracht.
Als erster auf die Laufstrecke zu gehen war ein unbeschreibliches Gefühl,  40 Runden mit 3,2km auf Schotter zum Teil Wiese immer wieder rauf und runter. Auf diesem Untergrund hatte ich nie trainiert, da war ich mal gespannt wie sich die 126,6km auf meine Gelenke auswirkten. Peter startete als zweiter mit ein paar Minuten Rückstand auf die Laufstrecke, unglaublich mein Freund und Trainingspartner und ich in Führung bei einem Triple Ultra Weltcup Rennen. Die Temperaturen wurden aber leider immer heißer, das liegt mir eigentlich gar nicht und somit konnte Peter fast auf mich aufschließen, wie wir bereits in der gleich Runde waren hatte aber auch er einen kleinen Einbruch und somit konnte ich den Abstand wieder ein wenig vergrößern. Zur selben Zeit war uns aber bereits ein Ungar dicht auf den Fersen, ER war aber nicht irgendwer sondern ER war ungarischer Staatsmeister im Doppel Ultra. Nach ca. 86km also zwei Marathons war es dann so weit, nach ca. 29Std. musste ich meine Führung an ihn abgeben. Mein Problem war zu diesem Zeitpunkt aber nicht der Ungar sondern der dritte Marathon. Mental war dies der härteste Punkt vom ganzen Rennen, da ich eigentlich schon ziemlich erledigt war. Jetzt war mehr denn je unser Team gefragt, ich wurde jede Runde von zwei Teammitgliedern begleitet. Ohne diese Begleitung hätte ich keinesfalls mein mentales Loch so schnell überwunden und so kam es dass ich auch wieder in einen ganz guten Laufschritt kam. Peter und ich hatten in der Zwischenzeit den zweiten und dritten Gesamtrang abgesichert da der vierte bereits 20km zurück lag. Bis auf ein paar kurze Pausen zum Schuhe auslehren und Füße eincremen konnte ich aber auch noch den dritten Marathon fast durchlaufen. Einmal durfte ich mich noch kurz zum Massieren hinlegen, aber nach ca. 2min. war auch das schon wieder vorbei. Unser Team wollte uns jetzt so schnell wie möglich durchbringen, den letzten Halbmarathon bin ich dann durchgelaufen. Endlich ging ich dann auf die heiß ersehnte letzte Runde, vom Veranstalter bekam ich noch die Österreich Flagge in die Hand und somit wussten auch alle Mitstreiter dass ich es bald hinter mich gebracht habe. Unser Team begab sich mittlerweile geschlossen zum Ziel und ich konnte es eigentlich gar nicht glauben dass ich es tatsächlich gleich geschafft habe. Mit Tränen in den Augen durfte ich dann ins Ziel als gesamt zweiter einlaufen. Nachdem ich mich wieder halbwegs gefangen habe durfte ich noch ein kurzes Interview geben. Vom Team wurde mir ein Liegestuhl und ein Radler gereicht und so konnte ich in sehr gemütlicher Position (endlich liegen) auf Peter warten. Es dauerte auch nicht lange und wir konnten ihn als gesamt dritten in Empfang nehmen. Die Emotionen kamen natürlich gleich wieder hoch und unter Tränen einigten wir uns dass wir uns diese Tortur nie wieder antun würden. Dann ging es ab auf die Massageliege und Peter benötigte leider eine Infusion da ihm sein Kreislauf ganz schön in den Keller fuhr (da war mir mein Radler dann schon lieber ;-) 14:46Std benötigte ich für die 126,6km und somit konnte ich meinen ersten Triple Iron in 36:52Std. finishen. Peter war gleich hinter mir und finishte in der Zeit von 37:24Std. Der (verdiente) Sieger benötigte 36:04Std. der Ungar hatte mir dann beim Laufen doch noch einiges abgenommen, aber auf den vierten hatte ich dann bereits einen Vorsprung von 3,5Std. Das Feld zog sich so weit auseinander dass der letzte mit einer Zeit von 60:30Std. finishte, zu dieser Zeit war bereits die Siegerehrung voll im Gange die Peter und ich in vollen Zügen genossen ;-) Zum Schluss kann ich nur noch sagen dass unsere Leistung echt stark und unvorhersehbar war, aber am stärksten und wichtigsten bei dem ganzen war unser Team. Wir konnten uns immer voll auf sie verlassen egal zu welcher Tages oder Nachtzeit. Danke auch an alle die Zuhause mitgefiebert hatten. Der größte Dank gilt aber dennoch meiner Familie dass sie doch so verständnisvoll für dieses Abenteuer waren, das letzte halbe Jahr war voll darauf abgestimmt. Umso schöner ist es dass ich ihnen mit dem zweiten Platz ein bisschen was davon zurückgeben konnte, zu 80% gehört er Sandra, Lisa und Daniel. Mittlerweile sind fast drei Wochen vergangen und ich bin mir sicher dass das Versprechen dass sich Peter und ich im Ziel gaben „nie wieder bei einer solchen Tortur zu starten“ wohl an unserem Unterzucker gelegen hat. Ich musste Sandra versprechen dass ich nächstes Jahr nicht bei einem Triple starten werde, aber 2018…...;-)
Rasante Grüße
Triple Andi


 

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